Du möchtest deinen Mietwagen an einem anderen Ort zurückgeben als dort, wo du ihn abgeholt hast? Dann buchst du eine sogenannte Einwegmiete. Was praktisch klingt, ist bei vielen Anbietern mit einer zusätzlichen Gebühr verbunden. In diesem Ratgeber erfährst du, was eine Einwegmiete bei Sixt, Europcar, Hertz, Avis und Enterprise kostet, wie du die Gebühren senken kannst und welche kostenlosen Alternativen es gibt.
Was ist eine Einwegmiete?
Bei einer Einwegmiete (englisch: One Way Rental) gibst du den Mietwagen an einer anderen Station zurück, als du ihn abgeholt hast. Typische Szenarien sind Umzüge, Geschäftsreisen mit Rückflug von einem anderen Flughafen oder Urlaubsfahrten, bei denen Start- und Zielort nicht identisch sind.
Für die Autovermietung bedeutet das logistischen Mehraufwand: Das Fahrzeug muss entweder an die Ausgangsstation zurückgebracht oder an der Rückgabestation in den Bestand integriert werden. Diesen Aufwand lassen sich die meisten Anbieter über eine Einweggebühr bezahlen. Die Höhe variiert je nach Anbieter, Strecke und Fahrzeugklasse erheblich.
Was kostet eine Einwegmiete? Alle Anbieter im Vergleich
Die Einweggebühren unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter deutlich. Hier findest du die aktuellen Konditionen der fünf größten Autovermietungen in Deutschland.
Sixt
Sixt berechnet die Einweggebühr entfernungsabhängig. Innerhalb derselben Stadt fallen rund 10 Euro an. Bei kurzen Strecken (z.B. München nach Augsburg) liegt die Gebühr bei etwa 34 Euro, bei längeren Strecken (z.B. München nach Hamburg) bei rund 45 Euro. Hinzu kommt jeweils eine Grundgebühr von 19,99 Euro. Die exakte Summe wird im Buchungsprozess unter den Preisdetails angezeigt.
Für die Strecke von und nach Sylt verlangt Sixt 135 Euro Einweggebühr. Der Grund: Fahrzeuge müssen per Autozug auf die Insel transportiert werden, was allein schon mindestens 80 Euro kostet.
Internationale Einwegmieten sind bei Sixt in 24 europäische Länder möglich, darunter Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich und Spanien. Die Gebühren können dabei schnell mehrere hundert Euro erreichen. Bei Fernstrecken wie Italien nach Deutschland wurden in Einzelfällen Gebühren von über 1.500 Euro berichtet.
Europcar
Europcar arbeitet mit einer Pauschalgebühr. Innerhalb Deutschlands beträgt die Einweggebühr für PKW aktuell 45 Euro, unabhängig von der Entfernung. Innerhalb desselben Großraums (z.B. zwischen Bahnhofs- und Flughafenstation einer Stadt) fällt eine reduzierte Gebühr von rund 22 bis 25 Euro an. Für Strecken von und nach Sylt berechnet Europcar 178,50 Euro.
Ein Vorteil bei Europcar: Die Pauschalgebühr macht die Kosten planbar. Ob du von Hamburg nach Hannover oder von München nach Berlin fährst, die Einweggebühr bleibt gleich.
Hertz
Hertz berechnet die Einweggebühr streckenabhängig, beginnend ab 39 Euro innerhalb Deutschlands. Eine feste Preisliste veröffentlicht Hertz nicht; die genaue Gebühr wird bei der Buchung angezeigt. Bei internationalen Einwegmieten muss die lokale Hertz-Station die Rückgabe bestätigen, was die Planung etwas aufwendiger macht.
Gut zu wissen: Falls sich deine Reisepläne ändern, kannst du eine Einwegmiete bei Hertz auch nachträglich per Hotline anmelden. Es fällt dann die reguläre Einweggebühr an, keine Strafgebühr.
Avis
Avis zeigt die Einweggebühr direkt im Buchungsangebot an. Die Kosten variieren je nach Strecke und Land. Innerhalb desselben Stadtgebiets ist die Rückgabe an einer anderen Station in der Regel kostenlos. Für längere Strecken innerhalb Deutschlands bewegen sich die Gebühren im mittleren zweistelligen Bereich.
Enterprise
Enterprise berechnet für innerdeutsche Einwegmieten ab 26,99 Euro pro Anmietung. Die Gebühr variiert nach Fahrzeugtyp, Entfernung und Buchungszeitpunkt. Bei Flughafenmieten kommt ein zusätzlicher Aufschlag von mindestens 23 Prozent hinzu. Enterprise zeigt die Einweggebühr transparent im Buchungsprozess an und schlüsselt sie unter den Steuern und Gebühren auf.
Vergleichstabelle: Einweggebühren auf einen Blick
| Anbieter | Innerhalb einer Stadt | Innerhalb Deutschlands | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Sixt | ca. 10 € | ca. 34–45 € + 19,99 € Grundgebühr | Entfernungsabhängig, Sylt: 135 € |
| Europcar | 22–25 € | 45 € pauschal | Entfernungsunabhängig, Sylt: 178,50 € |
| Hertz | variiert | ab 39 € | Streckenabhängig, nachträgliche Anmeldung möglich |
| Avis | oft kostenlos | variiert | Innerhalb desselben Stadtgebiets kostenlos |
| Enterprise | variiert | ab 26,99 € | +23 % Aufschlag bei Flughafenstationen |
Einen umfassenden Überblick über alle Anbieter findest du in unserem Mietwagen-Anbieter Vergleich.

Innerhalb der Stadt, national oder international: So staffeln sich die Kosten
Die Einweggebühr hängt nicht nur vom Anbieter ab, sondern vor allem davon, über welche Distanz du das Fahrzeug bewegst. Je weiter die Rückgabestation von der Abholstation entfernt ist, desto höher die Gebühr. Bei internationalen Einwegmieten kommen logistische Hürden hinzu, die den Preis zusätzlich in die Höhe treiben.
| Ebene | Typische Kosten | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Innerhalb einer Stadt | 0–25 € | Bei Avis oft kostenlos, bei Sixt ca. 10 € |
| Kurze Strecke (z.B. München nach Augsburg) | 25–45 € | Pauschal oder entfernungsabhängig je nach Anbieter |
| Lange Strecke (z.B. München nach Hamburg) | 45–100 € | Bei Europcar pauschal 45 €, bei Sixt mit Grundgebühr |
| EU-Nachbarland (z.B. DE nach AT oder LU) | 50–250 € | Abhängig von Land, Station und Tarif |
| EU-Fernstrecke (z.B. DE nach IT oder ES) | 250–1.500 € | Kann bei Fernzielen vierstellig werden |
| Schweiz | 250+ € | Besonders teuer: Nicht-EU-Land, Fahrzeug darf nicht weitervermietet werden |
Die Schweiz ist ein Sonderfall: Da sie nicht zur EU gehört, darf ein dort abgegebenes Fahrzeug steuerlich nicht weitervermietet werden. Es muss physisch zurückgeführt werden, was die Kosten erheblich erhöht. Selbst für kurze Strecken wie Singen nach Zürich können über 250 Euro anfallen.
Auch die Stationsgröße spielt eine Rolle. An Flughafenstationen sind die Einweggebühren tendenziell niedriger, weil dort die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass das Fahrzeug direkt wieder vermietet wird. Kleine Stadtstationen haben diesen Vorteil nicht und berechnen deshalb oft mehr. Im Extremfall können Agenturen eine Einwegmiete sogar komplett ablehnen.
Weitere versteckte Kosten beim Mietwagen und wie du sie vermeidest, findest du in unserem Ratgeber zu versteckten Mietwagen-Kosten.
7 Tipps, um bei der Einwegmiete zu sparen
Die Einweggebühr lässt sich mit der richtigen Strategie deutlich reduzieren oder sogar komplett vermeiden.
- Gegenrichtung prüfen: Viele Strecken sind in eine Richtung deutlich günstiger als in die andere. Wenn die Mehrheit der Mieter in eine Richtung fährt, sammeln sich Fahrzeuge am Zielort an. Die Rückführungsstrecke ist deshalb oft günstiger oder sogar gebührenfrei. Teste beide Richtungen in der Buchungsmaske.
- Mehrere Portale vergleichen: Die Einweggebühr variiert nicht nur zwischen Anbietern, sondern auch zwischen Buchungsportalen. Bei manchen Brokern ist die Gebühr bereits im Gesamtpreis enthalten, bei anderen kommt sie separat hinzu. Vergleiche CHECK24, billiger-mietwagen.de und die Anbieter-Websites direkt.
- Verschiedene Rückgabestationen testen: Selbst innerhalb derselben Stadt können unterschiedliche Stationen zu stark unterschiedlichen Gebühren führen. Flughafenstationen sind oft günstiger als kleine Stadtstationen.
- Grenzstadt-Trick bei internationalen Fahrten: Statt das Fahrzeug im Ausland abzugeben (internationale Einweggebühr: oft 500 bis 1.000+ Euro), gibst du es in einer deutschen Grenzstadt ab (z.B. Passau, Konstanz, Freiburg). Die innerdeutsche Einweggebühr beträgt maximal 45 bis 100 Euro. Von der Grenzstadt nimmst du ein günstiges Zugticket zum eigentlichen Ziel.
- Überführungsplattformen nutzen: Plattformen wie Movacar und Ugoki vermitteln Einwegfahrten für nur 1 Euro. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.
- Firmenkunden-Tarife anfragen: Corporate Rates sind bei vielen Anbietern von der Einweggebühr ausgenommen oder bieten deutlich reduzierte Sätze. Eine Firmenvereinbarung mit einem Autovermieter kann sich hier schnell rechnen.
- Fahrzeugklasse beachten: Luxusfahrzeuge und Cabrios haben oft höhere Einweggebühren als Kleinwagen oder Kompaktklasse. Wer flexibel bei der Fahrzeugwahl ist, spart auch bei der Einweggebühr.
Noch mehr Strategien zum Sparen findest du in unserem Ratgeber Mietwagen günstig mieten.

Kostenlose Alternative: Überführungsfahrten ab 1 Euro
Wer bei Zeitpunkt und Strecke flexibel ist, kann Einwegmieten für nur 1 Euro bekommen. Spezialisierte Plattformen vermitteln sogenannte Überführungsfahrten: Du bringst einen Mietwagen von Station A nach Station B und zahlst dafür nur eine symbolische Gebühr. Die Autovermietung spart sich die Logistikkosten, und du bekommst eine extrem günstige Fahrgelegenheit.
Die zwei wichtigsten Plattformen sind Movacar (mit 14 Partnern, darunter Europcar, Sixt und Avis) und Ugoki (ehemals FlipCar, mit Europcar und BMW Rent). Beide bieten Versicherungsschutz, Freikilometer und bei vielen Fahrten sogar eine Tankkostenerstattung.
Die Fahrten sind allerdings an feste Zeitfenster und Strecken gebunden. Beliebte Routen (z.B. Hamburg nach Berlin oder München nach Frankfurt) sind oft innerhalb von Minuten ausgebucht. Aktiviere am besten den Streckenalarm, um keine Angebote zu verpassen. Bei der Versicherung solltest du die Selbstbeteiligung beachten: Sie liegt je nach Anbieter und Fahrzeug bei 800 bis 2.000 Euro. Mit einem optionalen Schutzpaket oder einer externen Mietwagen-Versicherung kannst du diesen Betrag absichern.
Alle Details zu den Plattformen, inklusive Vergleich und praktischen Tipps, findest du in unserem Ratgeber Mietwagen kostenlos überführen: Movacar und Ugoki im Vergleich.
Einwegmiete über Vergleichsportale buchen
Bei Vergleichsportalen wie CHECK24 oder billiger-mietwagen.de kannst du eine Einwegmiete direkt in der Suchmaske buchen. Gib einfach einen anderen Rückgabeort als den Abholort ein, und die Portale zeigen dir alle verfügbaren Angebote inklusive Einweggebühr.
Bei der Buchung über Portale gibt es ein paar Punkte zu beachten. Die angezeigte Einweggebühr ist nicht immer im Gesamtpreis enthalten. Manche Broker weisen sie separat aus, andere rechnen sie ein. Prüfe vor der Buchung genau, ob der angezeigte Preis die Gebühr bereits enthält oder ob sie vor Ort an den Vermieter gezahlt wird.
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die Einweggebühr nach der Buchung korrigiert wird, wenn ein Preisfehler vorlag. Hole dir in solchen Fällen eine schriftliche Bestätigung des ursprünglichen Preises. Die meisten Portale zeigen sich bei nachgewiesenen Systemfehlern kulant und erstatten die Differenz.
Für die Buchung ist eine Kreditkarte erforderlich. Die Kaution wird auf der Karte blockiert und nach der Rückgabe wieder freigegeben. Informationen zur Tankregelung findest du in unserem separaten Ratgeber.
Einwegmiete mit Transporter
Einwegmieten sind besonders bei Umzügen gefragt, wenn ein Transporter nur in eine Richtung gebraucht wird. Die Einweggebühren für Nutzfahrzeuge liegen allerdings oft deutlich höher als bei PKW, weil die Logistik für große Fahrzeuge aufwendiger ist.
Vergleiche hier besonders gründlich zwischen den Anbietern und prüfe, ob Überführungsplattformen wie Movacar passende Transporter-Strecken anbieten. Tipps zur Anmietung eines Transporters findest du in unserem Ratgeber Sprinter mieten.
Häufige Fallstricke bei Einwegmieten
Einwegmieten bergen einige Stolperfallen, die du vor der Buchung kennen solltest.
- Unangemeldete Rückgabe: Wer sein Fahrzeug ohne vorherige Anmeldung an einer anderen Station abstellt, riskiert hohe Rückführungskosten. Bei Sixt werden laut AGB 1,30 Euro netto pro Kilometer berechnet, mindestens 150 Euro. Die reguläre Einweggebühr wäre deutlich günstiger gewesen. Melde eine Einwegmiete deshalb immer vorab an.
- Fahrzeugqualität an Stadtstationen: An kleinen Stadtstationen kann es vorkommen, dass bei Einwegmieten ältere Fahrzeuge mit höherer Laufleistung ausgegeben werden (Stichwort: kurz vor Ausflottung). An Flughafenstationen ist das kein Thema, da One-Way-Fahrten dort zum Tagesgeschäft gehören.
- Überraschungen bei internationalen Buchungen: Bei internationalen Einwegmieten wird die Gebühr manchmal ohne explizite Vorwarnung von der Kreditkarte abgebucht. Lass dir die Einweggebühr immer vor der Buchung schriftlich bestätigen.
- Eingeschränkte Erreichbarkeit im Ausland: Hotlines der Autovermieter im Ausland sind am Wochenende oft nur eingeschränkt oder gar nicht erreichbar. Kläre die Details deiner internationalen Einwegmiete deshalb vor Reiseantritt.
- Sonderfahrzeuge: Cabrios, Luxuswagen und bestimmte Sonderklassen dürfen bei manchen Anbietern nicht als Einwegmiete gebucht werden. Prüfe die Verfügbarkeit vorab in der Buchungsmaske.

Häufige Fragen zur Einwegmiete
Die Kosten hängen vom Anbieter und der Strecke ab. Innerhalb Deutschlands liegen die Gebühren bei den großen Anbietern zwischen 25 und 100 Euro. Innerhalb derselben Stadt sind es oft nur 0 bis 25 Euro. Bei internationalen Einwegmieten können die Kosten auf mehrere hundert bis über tausend Euro steigen, insbesondere bei Fernstrecken oder Rückgabe in der Schweiz.
Ja. Die meisten großen Autovermietungen wie Sixt, Europcar, Hertz, Avis und Enterprise bieten Einwegmieten an. Du wählst bei der Buchung einfach einen anderen Rückgabeort als den Abholort. Dafür fällt in der Regel eine Einweggebühr an, deren Höhe vom Anbieter und der Entfernung abhängt.
Das lässt sich pauschal nicht sagen, weil die Gebühren streckenabhängig sind. Enterprise bietet mit einem Einstiegspreis ab 26,99 Euro die niedrigsten Starttarife. Europcar berechnet eine Pauschale von 45 Euro innerhalb Deutschlands, unabhängig von der Entfernung. Bei Avis sind Einwegmieten innerhalb desselben Stadtgebiets oft kostenlos. Vergleiche am besten mehrere Anbieter und Portale für deine konkrete Strecke.
Ja. Über Überführungsplattformen wie Movacar und Ugoki kannst du Mietwagen für nur 1 Euro überführen. Du bringst dabei ein Fahrzeug von einer Station zur anderen und zahlst nur eine symbolische Vermittlungsgebühr. Versicherung und oft auch Tankkosten sind inklusive. Die Verfügbarkeit ist allerdings abhängig von den Strecken und Zeitfenstern der Autovermieter.
Bei den meisten Anbietern ist eine nachträgliche Anmeldung per Hotline möglich. Es fällt dann die reguläre Einweggebühr an, keine Strafgebühr. Ohne Anmeldung riskierst du deutlich höhere Rückführungskosten. Kläre die Einwegmiete deshalb immer vor der Rückgabe, entweder bei der Buchung oder nachträglich per Telefon.
Eine unangemeldete Rückgabe an einer fremden Station kann teuer werden. Die Autovermietung berechnet in diesem Fall Rückführungskosten, die deutlich über der regulären Einweggebühr liegen. Bei Sixt sind das laut AGB 1,30 Euro netto pro Kilometer, mindestens 150 Euro. Melde eine Einwegmiete deshalb immer vorab an, entweder bei der Buchung oder nachträglich per Telefon.
