Enterprise Mietwagen: Erfahrungen, Fahrzeugklassen & Tipps (2026)

von Martin
Enterprise Rent-A-Car Filiale in Deutschland mit Mietwagenflotte vor dem Gebäude

Enterprise Rent-A-Car ist der weltweit größte Autovermieter, gemessen an Umsatz und Flottengröße. In Deutschland kennen die meisten Mietwagen-Kunden vor allem Sixt, Europcar und Hertz. Dabei betreibt Enterprise hierzulande über 210 Standorte und wächst schneller als die etablierte Konkurrenz. Die Preise sind oft niedriger, der Abholservice ist einzigartig, und die Konditionen für Transporter sind kaum zu schlagen.

Gleichzeitig gibt es einige Eigenheiten, die du vor der ersten Buchung kennen solltest: Die Tankregelung weicht vom Branchenstandard ab, die Fahrzeugzuteilung ist nicht immer klassengerecht, und der zentrale Kundenservice hat Verbesserungspotenzial. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was Enterprise in Deutschland bietet, wo die Stärken liegen und worauf du achten musst.

Enterprise im Überblick: Wer steckt dahinter?

Enterprise gehört zu Enterprise Holdings, einem Familienunternehmen mit Sitz in St. Louis (Missouri, USA). Die Taylor-Familie gründete das Unternehmen 1957 mit gerade einmal sieben Fahrzeugen. Der Name geht auf den Flugzeugträger USS Enterprise zurück, auf dem Firmengründer Jack Taylor im Zweiten Weltkrieg diente.

Heute betreibt Enterprise Holdings drei Mietwagenmarken: Enterprise Rent-A-Car, National Car Rental und Alamo Rent A Car. Zusammen kommen sie auf über 2,3 Millionen Fahrzeuge an mehr als 10.000 Standorten in über 100 Ländern. Der Jahresumsatz lag 2023 bei rund 35 Milliarden US-Dollar. Im Gegensatz zu Sixt (börsennotiert) oder Hertz ist Enterprise nicht an der Börse gelistet, was dem Unternehmen langfristigere Entscheidungen ermöglicht.

In Deutschland firmiert das Unternehmen als Enterprise Autovermietung Deutschland B.V. & Co. KG. Der deutsche Markt gehört zu den wichtigsten in Europa: Seit 2020 hat Enterprise die Zahl der Standorte um über 25 Prozent gesteigert und allein 2022 wurden 17 neue Filialen eröffnet. Aktuell sind über 210 Servicepunkte aktiv, weitere 50 sind bis Ende 2025 angekündigt.

Standorte in Deutschland: Flughafen und Innenstadt

Enterprise ist an 13 großen deutschen Flughäfen vertreten, darunter Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, Köln-Bonn, Bremen und Nürnberg. Dazu kommen zahlreiche Innenstadtstationen in Berlin, Hamburg, München, Hannover, Leipzig, Dortmund und vielen weiteren Städten.

Die Fahrzeugauswahl an Flughafenstationen ist in der Regel größer als in der Innenstadt. Wer ein bestimmtes Modell oder eine gehobene Klasse buchen möchte, hat an Flughäfen bessere Chancen. Bei Innenstadtstationen kann die Auswahl kleiner ausfallen, dafür profitierst du dort vom kostenlosen Abholservice (dazu weiter unten mehr).

Ein praktischer Hinweis: In manchen Städten betreibt Enterprise zwei Stationen in unmittelbarer Nähe, etwa in Stuttgart (Bahnhof und Zentrum, nur 300 Meter voneinander entfernt). Diese Stationen teilen sich nicht zwingend die Flotte. Wenn du einen bestimmten Fahrzeugtyp suchst, lohnt sich ein Blick auf beide Standorte.

Fahrzeugklassen bei Enterprise

Enterprise gliedert seine Flotte in Deutschland in vier Hauptkategorien: PKW, SUVs, Kleinbusse und Transporter. Innerhalb der PKW-Kategorie gibt es aktuell rund 39 verschiedene Modelle, bei den SUVs 15 und bei Transportern 10. Wie alle großen Autovermieter nutzt Enterprise das internationale ACRISS-Codesystem zur Klassifizierung.

KlasseACRISS-BeispielTypische FahrzeugeMitfahrer
KleinstwagenMBMRFiat 500, VW up!, Toyota Aygo4
KleinwagenECMRVW Polo, Opel Corsa, Renault Clio, Seat Ibiza5
KompaktklasseCDMRVW Golf, Ford Focus, Opel Astra5
MittelklasseIDMRSkoda Octavia, Mazda 6, Ford Mondeo5
StandardklasseSDMR / SDARVW Passat, Skoda Superb5
OberklasseFDARBMW 3er, Mercedes C-Klasse, Audi A45
PremiumklassePDARBMW 5er, Mercedes E-Klasse, Audi A65
Kompakt-SUVIFARHyundai Tucson, Nissan Qashqai, Toyota RAV45
Standard-SUVSFARVW Tiguan, BMW X35
Kleinbus (7-Sitzer)FVMRVW Touran, Ford Galaxy7
Kleinbus (9-Sitzer)FVMRVW Multivan9
TransporterLFMRFord Transit, Mercedes Sprinter, VW Crafter3

Was du bei der Fahrzeugklasse wissen solltest

Enterprise garantiert eine Fahrzeugklasse, kein bestimmtes Modell. In der Praxis kommt es allerdings häufiger als bei der Konkurrenz vor, dass das zugeteilte Fahrzeug nicht dem erwarteten Niveau der gebuchten Klasse entspricht. Besonders in der Kompaktklasse solltest du vorsichtig sein: Es kann passieren, dass statt eines VW Golf ein deutlich kleineres Fahrzeug bereitsteht, etwa ein Elektro-Kleinwagen mit eingeschränkter Reichweite.

In der Oberklasse (FDAR) und Premiumklasse (PDAR) sind die Motoren oft kleiner als erwartet. Ein BMW 3er bedeutet bei Enterprise in der Regel den 318i oder 318d mit 150 PS, ein Audi A4 den 35 TFSI. Wer auf Motorisierung Wert legt, sollte sich darauf einstellen, dass Enterprise bei der Ausstattung eher am unteren Ende der jeweiligen Baureihe ansetzt.

Für Kombi-Klassen (ACRISS-Code mit W an zweiter Stelle) gilt besondere Aufmerksamkeit: Es wurden Fälle berichtet, in denen ein VW Touran als Kombi-Ersatz angeboten wurde. Ein Touran ist ein Kompaktvan, kein Kombi. Wenn dir der Fahrzeugtyp wichtig ist, ruf zwei Tage vor der Abholung bei der Station an und frag nach der aktuellen Verfügbarkeit.

Enterprise Rent-A-Car Filiale in Deutschland – Kunde spricht mit Mitarbeiterin vor geparkten Mietwagen
Eine typische Enterprise-Filiale in Deutschland

Preise und Buchungstipps

Enterprise positioniert sich in Deutschland als preislich attraktive Alternative zu Sixt und Hertz. Besonders bei Wochenendmieten und Transportern sind die Tarife oft deutlich günstiger als bei der Konkurrenz. Unter der Woche sind die Preisunterschiede geringer.

Enterprise bietet zwei Buchungsmodelle an: Prepaid (Vorauszahlung, 10 bis 15 Prozent Rabatt, kostenlose Stornierung mindestens 3 Tage vor Abholung) und Postpaid (Zahlung bei Abholung, flexible Stornierung). Der Haken bei Postpaid: Enterprise kann die Reservierung einseitig stornieren, wenn die Nachfrage hoch ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, bucht Prepaid.

Über Buchungsportale wie Check24 oder billiger-mietwagen.de lassen sich Enterprise-Tarife oft noch günstiger finden. Auch ADAC-Mitglieder profitieren von speziellen Konditionen, die neben dem Mietpreis häufig einen kostenlosen Zusatzfahrer und verbesserten Versicherungsschutz enthalten. Corporate-Benefits-Programme können den Preis um rund 33 Prozent reduzieren. Weitere Spartipps für Mietwagen findest du in unserem Ratgeber.

Tankregelung: Kein Voll/Voll bei Enterprise

Die Tankregelung gehört zu den größten Besonderheiten bei Enterprise. Während Sixt, Europcar und Hertz standardmäßig mit Voll/Voll arbeiten (voll abholen, voll zurückgeben), übergibt Enterprise die Fahrzeuge oft mit einem teilweise gefüllten Tank, beispielsweise zu drei Vierteln oder sieben Achteln. Du musst den Tank bei der Rückgabe exakt auf demselben Stand zurückgeben.

Das klingt einfach, birgt in der Praxis aber Tücken. Die Tankuhr im Fahrzeug ist nicht präzise genug, um den Stand auf einen Liter genau abzulesen. Ein Achtel Tank kann je nach Fahrzeug 8 bis 15 Liter bedeuten. Wenn Enterprise bei der Rückgabe einen geringeren Tankstand feststellt, wird nachgetankt, und zwar zu einem Literpreis von 4 bis 5 Euro, also deutlich über dem Tankstellenpreis.

Umgekehrt gilt: Gibst du das Fahrzeug mit mehr Kraftstoff zurück, als du es erhalten hast, erstattet Enterprise die Differenz nicht. Es wurde von Fällen berichtet, in denen Kunden bei einer Drei-Viertel-Differenz über 100 Euro zu viel bezahlt haben, ohne eine Erstattung zu erhalten.

Der beste Umgang mit dieser Regelung: Fotografiere bei der Übernahme den Tankstand und die Kilometeranzeige. Tanke vor der Rückgabe an einer Tankstelle möglichst nah an der Station und bewahre den Beleg auf. Orientiere dich am Tankstand, nicht am Bordcomputer, denn die berechnete Verbrauchsanzeige weicht oft vom tatsächlichen Füllstand ab.

Mann tankt grauen Mietwagen an einer deutschen Tankstelle vor der Rückgabe
Tanken kurz vor der Rückgabe: Den Tankstand fotografieren und den Kassenbon aufbewahren.

Versicherung und Selbstbeteiligung

Im Mietpreis bei Enterprise sind die Kfz-Haftpflichtversicherung und eine Haftungsbeschränkung (Collision Damage Waiver, CDW) enthalten. Die Haftungsbeschränkung reduziert dein finanzielles Risiko bei Unfallschäden und Diebstahl auf die Selbstbeteiligung. Enterprise weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei nicht um eine Versicherung im rechtlichen Sinne handelt, sondern um eine vertragliche Haftungsbeschränkung.

Die Selbstbeteiligung staffelt sich nach Fahrzeugklasse:

FahrzeugklasseSelbstbeteiligung
Kleinstwagen, Kleinwagen, Kompakt1.200 Euro
Mittelklasse, Standard, kleine Busse/Transporter1.400 Euro
Oberklasse, Premium, große SUVs, Luxus1.700 Euro
Mittlere und große Transporter1.500 Euro

Am Schalter bietet Enterprise einen Selbstbeteiligungsschutz (EP) an, der die Selbstbeteiligung auf 0 Euro reduziert. Die Kosten liegen bei 20 bis 30 Euro pro Tag. Für eine dreitägige Wochenendmiete zahlst du also 60 bis 90 Euro extra.

Deutlich günstiger ist eine externe Selbstbeteiligungs-Versicherung, die den gleichen Schutz ab 5 bis 7 Euro pro Tag bietet. Bei regelmäßigen Mietern lohnt sich eine Jahrespolice ab etwa 70 Euro. Mehr dazu im Ratgeber zur Mietwagen-Versicherung.

Kaution und Zahlungsmittel

Bei Enterprise wird eine Kaution von 250 Euro zuzüglich der geschätzten Mietkosten auf der Karte blockiert. Die Freigabe nach der Rückgabe dauert je nach Bank zwischen 24 Stunden und 14 Tagen.

Enterprise akzeptiert folgende Zahlungsmittel: Visa, Mastercard, American Express, V Pay, Giro und Maestro. Damit gehört Enterprise zu den Vermietern, bei denen auch eine Anmietung ohne klassische Kreditkarte möglich ist. Allerdings gibt es Einschränkungen: Für Kleinbusse mit 7 oder 9 Sitzen, Premium-SUVs und Luxusfahrzeuge ist eine echte Kreditkarte zwingend erforderlich. Prepaid-Karten, Maestro, Electron und Solo werden nicht als Kreditkarte akzeptiert.

Alle Karten müssen auf den Namen des Hauptfahrers ausgestellt sein. Bei Anmietung mit Kreditkarte wird die Kaution nur blockiert (autorisiert), bei EC-Karte kann der Betrag tatsächlich abgebucht und später zurückerstattet werden.

Mindestalter und Jungfahrer

Das Mindestalter bei Enterprise liegt bei 21 Jahren. Damit liegt Enterprise gleichauf mit Sixt und Europcar. Einen separaten Jungfahrerzuschlag erhebt Enterprise nicht, was ein Vorteil gegenüber Anbietern wie Sixt ist, die für Fahrer unter 25 einen täglichen Aufschlag berechnen.

Fahrer zwischen 21 und 24 Jahren können allerdings nicht alle Fahrzeugklassen buchen. Erlaubt sind Kompakt- bis Standardklasse, 5-Sitzer-Minivans, kleine bis mittlere SUVs und Transporter. Oberklasse, Premium, Luxus, große SUVs und 7- oder 9-Sitzer-Busse sind erst ab 25 Jahren verfügbar.

Zusatzfahrer und Einwegmiete

Ein Zusatzfahrer kostet bei Enterprise 10 Euro pro Tag. Die Anmeldung erfolgt bei der Abholung an der Station, der Zusatzfahrer muss persönlich anwesend sein und einen gültigen Führerschein vorlegen. Enterprise bietet gelegentlich Aktionen mit kostenlosem Zusatzfahrer an, etwa im Rahmen von Sommerangeboten oder bei Buchung über den ADAC.

Einwegmieten (One-Way-Rental) sind bei Enterprise möglich. Dafür fällt eine Einweggebühr an, die je nach Abhol- und Rückgabestation variiert. Die konkreten Kosten werden bei der Buchung auf enterprise.de angezeigt. Auch Transporter können als Einwegmiete gebucht werden. Wer die günstigste Einweg-Option sucht, sollte einen Blick auf Überführungsfahrten über Movacar werfen, die auch Enterprise-Fahrzeuge vermitteln.

Auslandsfahrten mit Enterprise

Enterprise erlaubt Fahrten ins Ausland für 5 Euro pro Tag, maximal 50 Euro pro Miete. Das ist deutlich günstiger als bei den meisten Wettbewerbern. Erlaubt sind unter anderem Österreich, Schweiz, Frankreich, Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Großbritannien, Irland, Spanien und Portugal.

Für einige Länder gelten Einschränkungen bei Premiummarken: Audi, BMW, Mercedes, VW, Tesla, Volvo, Land Rover und Jaguar dürfen teilweise nicht nach Kroatien, Süditalien, Polen, Tschechien, Ungarn oder in die Slowakei mitgenommen werden. Tesla und Polestar sind grundsätzlich von Auslandsfahrten ausgeschlossen. Eine Fahrt ins Ausland ohne vorherige Anmeldung macht den Versicherungsschutz komplett unwirksam.

Enterprise Plus: Das Treueprogramm

Enterprise betreibt mit Enterprise Plus ein kostenloses Treueprogramm. Für jeden ausgegebenen Dollar bei qualifizierenden Anmietungen erhältst du einen Punkt. Die gesammelten Punkte lassen sich gegen kostenlose Miettage einlösen, ohne Ausschlusstermine (Blackout Dates). Punkte verfallen nicht, solange du innerhalb von drei Jahren mindestens eine qualifizierende Anmietung tätigst.

StufeVoraussetzungBonuspunkteKostenlose Upgrades pro Jahr
Plus0 bis 5 AnmietungenBasis0
Silver6 bis 11 Anmietungen+10 %1
Gold12 Anmietungen oder 40 Miettage+15 %2
Platinum24 Anmietungen oder 85 Miettage+20 %4

Alle Mitglieder profitieren von einem schnelleren Check-in an teilnehmenden Stationen und einer eigenen Service-Rufnummer. Enterprise Plus ist ein solides Programm, das aber erst ab der Gold-Stufe wirklich spürbare Vorteile bietet. Für Gelegenheitsmieter, die zwei- bis dreimal im Jahr buchen, ist der direkte Preisvorteil über Portale oder ADAC-Tarife meist relevanter als das Sammeln von Treuepunkten.

Der Abholservice: Enterprise holt dich ab

Das bekannteste Alleinstellungsmerkmal von Enterprise in Deutschland ist der kostenlose Abholservice. An Nicht-Flughafenstationen holt Enterprise dich während der regulären Geschäftszeiten kostenfrei ab, sei es von zu Hause, vom Büro oder von der Werkstatt. Nach der Online-Reservierung ruft die Station an, um die Abholung zu vereinbaren.

Dieser Service ist besonders praktisch, wenn du einen Ersatzwagen brauchst, weil dein eigenes Auto in der Werkstatt steht. Tatsächlich wurde Enterprise in den USA ursprünglich genau in diesem Segment groß: als Anbieter von Ersatzwagen in Kooperation mit Werkstätten und Versicherungen. Dieses Geschäftsmodell hat Enterprise auch nach Deutschland mitgebracht.

Enterprise Transporter: Preis-Leistungs-Tipp

Wenn du einen Transporter für den privaten Umzug oder Transport brauchst, ist Enterprise eine der besten Optionen. Der entscheidende Vorteil: Enterprise inkludiert die Haftungsbeschränkung (CDW) bereits im Transportertarif. Bei den meisten Konkurrenten musst du diese Absicherung separat hinzubuchen, was den Preis schnell in die Höhe treibt.

In der Flotte stehen Ford Transit, Mercedes Sprinter und VW Crafter in verschiedenen Größen. Für einen Wochenendumzug (Donnerstag bis Montag) mit einem großen Transporter liegen die Gesamtkosten inklusive Versicherung teilweise bei 150 bis 200 Euro. Bei der Konkurrenz zahlt man für denselben Zeitraum oft das Doppelte, wenn man die CDW separat dazurechnet.

Auch Auslandsfahrten mit Transportern sind bei Enterprise möglich, für 5 Euro pro Tag zuzüglich einer Kaution von 250 Euro per EC-Karte. Beachte allerdings, dass Transporter in der Enterprise-Flotte höhere Laufleistungen haben können (100.000 km und mehr), was sich in Gebrauchsspuren und Fahrkomfort bemerkbar macht.

Weißer Mercedes Sprinter mit Enterprise Rent-A-Car Branding zur Miete, deutsches Kennzeichen M AB 3614
Transporter bei Enterprise: CDW ist bereits im Tarif enthalten – ein klarer Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Schadensfälle bei Enterprise: Was du wissen musst

Das Thema Schadensfälle verdient bei Enterprise besondere Aufmerksamkeit. Es gibt Berichte über Schadensforderungen, die erst Tage oder Wochen nach der Rückgabe gestellt werden, obwohl bei der Rückgabe selbst keine Schäden festgestellt wurden. In einzelnen Fällen wurden Forderungen von mehreren tausend Euro erhoben, nachdem die Kaution bereits freigegeben war.

Enterprise nutzt eine Schablone zur Schadensbewertung: Kratzer oder Beschädigungen, die kleiner als die Schablone sind, sollten nicht berechnet werden. Bei Steinschlägen in der Windschutzscheibe argumentieren manche Juristen mit dem Konzept des unabwendbaren Ereignisses, das die Haftung des Mieters ausschließen kann.

Drei Maßnahmen, die dich absichern:

  • Fotografiere und filme das Fahrzeug bei Übernahme und Rückgabe von allen Seiten, inklusive Innenraum, Kilometerstand und Tankstand.
  • Bestehe auf einem schriftlichen Rückgabeprotokoll, das den Zustand des Fahrzeugs dokumentiert.
  • Nutze eine externe Selbstbeteiligungs-Versicherung, die im Schadensfall die Kosten bis zur vollen Selbstbeteiligung übernimmt.

10 Praxis-Tipps für die Enterprise-Miete

  1. Buche mindestens die Mittelklasse. In der Kompaktklasse ist das Risiko eines Fahrzeugs mit eingeschränktem Nutzwert am höchsten.
  2. Ruf 1 bis 2 Tage vor der Abholung bei der Station an. Frag nach, welches konkrete Fahrzeug bereitsteht, und schließe unerwünschte Modelle aus.
  3. Fotografiere bei der Übernahme Tankstand, Kilometerstand und alle Seiten des Fahrzeugs.
  4. Tanke vor der Rückgabe nah an der Station und hebe den Beleg auf. Orientiere dich am Tankstand, nicht am Bordcomputer.
  5. Nutze Prepaid-Buchung für maximale Sicherheit. Postpaid-Reservierungen kann Enterprise einseitig stornieren.
  6. Schließe eine externe Selbstbeteiligungs-Versicherung ab, statt den teuren Schalter-Schutz zu kaufen.
  7. Vergleiche den Direktpreis auf enterprise.de mit Check24 und ADAC-Konditionen. Der günstigste Kanal wechselt je nach Termin und Station.
  8. Bestehe bei der Rückgabe auf ein schriftliches Protokoll ohne Schadensvermerk.
  9. Wochenendmieten (Samstag bis Montag) bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und enthalten unbegrenzte Kilometer.
  10. Für Transporter ist Enterprise oft die günstigste Wahl, weil die CDW bereits im Preis enthalten ist.

Enterprise im Vergleich zu Sixt, Europcar und Hertz

KriteriumEnterpriseSixtEuropcarHertz
PreisniveauOft am günstigstenMittel bis hochMittelMittel
TankregelungGleicher TankstandVoll/VollVoll/VollVoll/Voll
Mindestalter21 Jahre18 Jahre (Kleinwagen)18 Jahre (Kleinwagen)19 Jahre
JungfahrerzuschlagKeinerJa (unter 25)Ja (unter 23)Ja (unter 25)
Kaution (Standardklasse)250 Euro + MieteCa. 200 bis 500 EuroCa. 300 bis 800 EuroCa. 300 bis 600 Euro
AbholserviceJa, kostenlosNeinNeinNein
Auslandsfahrt5 Euro/Tag, max. 50 EuroVariabel, oft teurerVariabelVariabel
Transporter mit CDWInklusiveAufpreisAufpreisAufpreis
TreueprogrammEnterprise PlusSixt Express / myDriverPrivilegeGold Plus Rewards

Enterprise gewinnt bei Preis, Abholservice und Transportertarifen. Sixt punktet mit Fahrzeugqualität, Flottengröße und dem breitesten Wochenend-Zeitfenster. Europcar und Hertz liegen dazwischen. Die Tankregelung ist bei Enterprise gewöhnungsbedürftig, und die Fahrzeugzuteilung kann überraschen. Wer den günstigsten Preis sucht und mit gelegentlichen Abstrichen bei der Fahrzeugauswahl leben kann, ist bei Enterprise gut aufgehoben. Wer Wert auf ein bestimmtes Fahrzeug oder eine gehobene Ausstattung legt, fährt mit Sixt zuverlässiger.

Häufige Fragen zu Enterprise Mietwagen

Ist Enterprise günstiger als Sixt?

In vielen Fällen ja, besonders bei Wochenendmieten und Transportern. Enterprise positioniert sich als preislich attraktive Alternative. Der Preisunterschied ist bei Oberklasse und Premium am deutlichsten. Unter der Woche und in der Kompaktklasse sind die Unterschiede geringer. Vergleiche für deine konkrete Miete immer beide Anbieter auf Check24 oder direkt auf den jeweiligen Websites.

Brauche ich bei Enterprise eine Kreditkarte?

Nicht unbedingt. Enterprise akzeptiert auch EC-Karten (Giro, V Pay, Maestro) für die meisten Fahrzeugklassen. Für Kleinbusse mit 7 oder 9 Sitzen, Premium-SUVs und Luxusfahrzeuge ist allerdings eine echte Kreditkarte (Visa, Mastercard, American Express) zwingend erforderlich. Prepaid-Karten werden nicht als Kreditkarte akzeptiert.

Wie funktioniert die Tankregelung bei Enterprise?

Enterprise arbeitet nicht mit dem branchenüblichen Voll/Voll-System. Du erhältst das Fahrzeug mit einem bestimmten Tankstand (z. B. 3/4 oder 7/8 voll) und musst es mit exakt demselben Tankstand zurückgeben. Fotografiere den Tankstand bei der Übernahme und tanke vor der Rückgabe nah an der Station. Gibt Enterprise nach, wird der Literpreis auf 4 bis 5 Euro angesetzt.

Ab welchem Alter kann ich bei Enterprise mieten?

Das Mindestalter liegt bei 21 Jahren. Fahrer zwischen 21 und 24 Jahren können Kompakt- bis Standardklasse, 5-Sitzer-Minivans, kleine bis mittlere SUVs und Transporter buchen. Alle Fahrzeugklassen, einschließlich Oberklasse, Premium und Luxus, stehen ab 25 Jahren zur Verfügung. Enterprise erhebt keinen separaten Jungfahrerzuschlag.

Was ist der Enterprise Abholservice?

An Nicht-Flughafenstationen holt Enterprise dich kostenlos ab, etwa von zu Hause, vom Büro oder von der Werkstatt. Nach der Reservierung kontaktiert die Station dich, um Abholzeit und -ort zu vereinbaren. Der Service ist während der regulären Geschäftszeiten verfügbar und ein Alleinstellungsmerkmal von Enterprise in Deutschland.

Kann ich mit einem Enterprise-Mietwagen ins Ausland fahren?

Ja, Auslandsfahrten kosten 5 Euro pro Tag (maximal 50 Euro pro Miete). Erlaubt sind die meisten west- und nordeuropäischen Länder. Für einige süd- und osteuropäische Ziele gelten Einschränkungen bei Premiummarken. Tesla und Polestar dürfen grundsätzlich nicht ins Ausland mitgenommen werden. Wichtig: Melde die Auslandsfahrt immer vorher an, sonst erlischt der Versicherungsschutz.

Fazit: Für wen lohnt sich Enterprise?

Enterprise ist eine solide Wahl für preisbewusste Mieter, die den günstigsten Tarif suchen und mit gelegentlichen Überraschungen bei der Fahrzeugzuteilung leben können. Die größten Stärken liegen bei Wochenendmieten, Transportern (CDW inklusive), dem kostenlosen Abholservice und den günstigen Auslandsfahrten.

Die Tankregelung erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit als bei der Konkurrenz, und die Fahrzeuge in der Oberklasse sind oft schwächer motorisiert als bei Sixt oder Hertz. Wer sich an die Tipps in diesem Ratgeber hält, kann bei Enterprise aber sehr gute Deals machen, besonders wenn du den Preis über den Komfort stellst.

Relevante Artikel

Kommentar schreiben

* Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden.